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Seelenhaus 6b

Als ich mich beruhige, zeigt sich mir eine Höhle mit einem See darin. Das Gestein der Wände und der Decke hat, wo es zu erkennen ist, verschiedene Ockertöne, auch einige braune Streifen. Ohne dass eine Lichtquelle zu sehen wäre ist die Höhle in ein dämmriges Licht getaucht.Ich ziehe mich aus und steige in das Wasser, das angenehm klar und erfrischend ist. Ohne kalt zu sein. Ich schwimme herum, lasse mich eine Weile auf dem Rücken liegend treiben, und fühle mich immer lebendiger. Eine Schlang lässt sich kurz blicken, schwimmt aber schnell davon.Links hinten kommt von unterhalb des Wasserspiegels ein Lichtschein her. Ich schwimme hin und tauche hinab. Dort ist eine Art Schacht, der tief hinunter führt und nicht nach draußen, wie ich erst annahm. Ich folge ihm einige Meter in die Tiefe bis in eine zweite Höhle, die aber komplett mit Wasser gefüllt ist. Ich mache mir nicht wirklich Sorgen um die Luft, ich weiß dass ich hier sehr lange tauchen könnte ohne zu ersticken. Aber es ist mir hier unheimlich und auch sehr dunkel. Ich habe Angst was mir hier begegnen könnte und tauche wieder hinauf in die obere Höhle.Dort steige ich aus dem Wasser, sehe eine Flasche mit Essenz bereitstehen und reibe mich mit ihr ein. Mein ganzer Körper strahlt nun silbern. Ein großes Tuch liegt für mich bereit, ich wickle mich hinein, es ist eine Mischung aus Poncho und römischer Toga. Passend hierzu Sandalen.Ich gehe wieder zurück in die zentrale große Halle der Burg, durchquere sie zur linken Seite hin. Hier öffnet sich die Halle hin zu einem großen, sehr breiten Balkon, von dem aus man einen herrlichen Blick hat hinunter ins Tal und weit in die Landschaft hinein. Rechts ist ein schmaler, hoher Turm, in dem eine Wendeltreppe nach oben führt. Ich steige sie hinauf, einige Stockwerke hoch, bis ich an einen schmalen Gang komme. Ich folge ihm bis ans Ende, hier ist das Schlafzimmer: Ein kleiner Raum, fast völlig ausgefüllt durch ein altes, dunkles Himmelbett, das für Menschen der heutigen Zeit etwas zu klein ausfällt. Links und rechts schmale, hohe Nachttische, neben der Eingangstür ein alter, großer Kleiderschrank mit quietschender Tür. Alles in sehr dunklem Holz, eher steif und unbequem, definitiv nicht einladend. Nur ein weiterer Balkon entschädigt für die Atmosphäre des Zimmers, ohne nachzusehen weiß ich : Der Blick ist spektakulär!Ich gehe wieder hinunter, ignoriere die Ahnung weiterer Gänge und Räume hier oben auf der Suche nach meinem Arbeitszimmer.Es zieht mich wieder in die große Halle hinunter, wo ich den linken hinteren Bereich noch nicht erkundet habe. Hier finde ich zu meinem Erstaunen ein großes Loch in der Außenwand. Anscheinend hat es hier doch einmal Beschuß durch Kanonen gegeben; nur erstaunlich dass das Loch nicht wieder verschlossen wurde….Links neben diesem Loch führen ein paar Treppenstufen hinab in einen schmaler werdenden Gang, wie in einen Trichter. Nach wenigen Schritten haben sich die Stufen verwandelt in eine Rutschbahn, auf der ich rasant nach unten schieße.Ich finde mich auf der Talsohle wieder, die Burg hoch über mir auf einer Felsklippe. Direkt rechts von mir führt eine Art Schacht waagerecht in den Berg hinein. Ganz am Anfang ist ein Verschlag an der Wand, in dem ein Esel steht. Ich streichle ihn, bis mir einfällt, dass Tiere im Seelenhaus nicht so günstig sein sollen. Also frage ich den Esel, was er hier tut. Er antwortet „Ich bin hier, um dich von deiner Aufgabe abzuhalten“. Während er dies sagt, fühle ich mich wieder in der großen Halle stehen, vor langer Zeit, vor einigen Jahrhunderten. Ich trage die Kleidung eines Schlossherren. Ich spüre Schauer in meinem Rücken, dann krümmt es mich nach hinten, während ein Schwert mich von hinten durchbohrt.Ich stehe wieder vor dem Esel, die Rückblende hat nur einen kurzen Moment gedauert. Ich fühle mich müde, bin heute schon lange unterwegs, meine Kraft lässt nach. Ich habe nicht die Kraft, mich mit dieser Vision in der Vision auseinander zu setzen, wüsste auch nicht wie ich es tun sollte.Aber ich wollte mein Arbeitszimmer finden, diese Absicht gebe ich noch nicht auf. Da sehe ich hinter dem Esel in der Wand eine kleine Tür, gerade so groß dass ich mich irgendwie hindurchzwängen kann. Es geht vielleicht 1,5 Meter hinab, fast falle ich hinunter.

Lichtobjekte und Bilder

Klaus Rettenmayr

"Seelenhaus - Vierter Besuch"

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