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Seminar - Impressionen 2

Gottlose RäumeManche haben es wirklich schwer. Er steht da mit einem Leben ohne Hoffnung. Fühlt nichts außer Verzweiflung. Und weiß nicht, wie er es beenden soll.Ich stehe hinter ihm, als einer von mehreren „Fühl-Verstärkern“. Dort wo es ihm nicht möglich ist, sollen wir für ihn fühlen. Damit es ihn dann über uns doch noch erreicht. Diesen Dienst versehen wir häufig füreinander, kaum einer schafft es alleine….Und worum es geht, ist wirklich nicht nur seine Angelegenheit. Es geht uns alle unmittelbar an.Gerade erlebt er eine frühere Inkarnation, in der er ein sehr gewalttätiges, grausames Leben führte. Erlebt, was er anderen und damit sich selbst antat. Steht hilflos vor den jetzigen schrecklichen Konsequenzen für das eigene Leben und vor der Frage „Warum?“Ich stehe hinter ihm und muß ständig würgen. Sein Leben ist so schrecklich! Und er fühlt es nicht! Mechanisch wiederholt er die Sätze, die ihm helfen sollen: „Ich wollte Macht über die Liebe“ und „Ich habe gottlose Räume geschaffen“. Er gibt sich wirklich Mühe, wiederholt es immer wieder.Und wieder stehe ich plötzlich ganz allein da. Während ein Teil von mir weiter würgt und schreit, setzt ein anderer Teil meine eigenen Puzzleteile zusammen:-das Gefühl, dass es für mich keine Liebe gibt….- Die trotzige Entscheidung, nicht um Liebe zu bitten….-Meine lebenslange große Verehrung für Albert Camus, der das Leben in einer sinnlosen Welt postulierte. Besonders für seinen Essay „Der Mythos von Sysiphos“, in dem die Götter feindlich und bösartig sind und dem gefolterten Helden in seiner Ohnmacht nur die Möglichkeit bleibt, an seiner Rebellion festzuhalten, um seine Würde zu wahren…..-Die Erkenntnis, dass ich Gott bestrafen wollte, indem ich Ihn ausschloß („Ich mach das jetzt alleine…“).Und jetzt geht es ganz alleine um mich: Ich habe gottlose Räume geschaffen, ich habe mich selbst aus Stolz und Trotz vom Quell allen Lebens abgeschnitten! Und mich dann in diesen leeren Raum gesetzt und gesagt „alles ist sinnlos“….Aus Stolz habe ich mich selbst verletzt und damit die, die mir nahe standen. Und die, die sich mir näherten, habe ich abgewiesen.Und da stehe ich, der den Gedanken an eine Beichte immer eher nur peinlich fand, und denke „Ich habe gesündigt. Bitte Gott, vergib mir. Ich werde versuchen, auch mir selbst zu vergeben. Ich möchte den Stolz aufgeben und die Liebe annehmen. Ich möchte Liebe sein.

Lichtobjekte und Bilder

Klaus Rettenmayr

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