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Seminar - Impressionen 3

Harte ArbeitDies ist der Grund, warum ich herkam: Das Gefühl, dass das Leben unendlich mühsam ist, ständige harte Arbeit. Und das Wissen, dass es so nicht sein sollte. Peter macht seinen üblichen Witz: „Glaubst du, für einen Apfelbaum ist es harte Arbeit, zu blühen?“ Wir sind zu dritt. Links steht meine Frau N, die es noch viel schwerer erwischt hat als mich. Beide sind wir erschöpft und ausgebrannt. Wissen nicht wirklich wie es weitergehen soll. Rechts stehe ich.In der Mitte steht T., sie ist unser Fokus. Ich bin erleichtert, es wäre viel schwerer geworden, wenn es N. oder ich gewesen wären….T. ist Bäuerin, hat ein Leben lang sehr viel härter gearbeitet als wir beide. Die Kinder sind wohl schon aus dem Haus. Nun steht sie da und kann plötzlich nicht mehr. Sie schafft die ganze Arbeit einfach körperlich nicht mehr. Und da ist auch noch diese große Sehnsucht, diese Hingabe und Liebesfähigkeit, die kein Ziel mehr finden. Von dieser Aufstellung weiß ich weiter nichts mehr. Nicht einmal die Befreiung am Ende kann ich deutlich erinnern. Wie im Traum ging ich hindurch. Die Stationen sind verwischt. Alina hat mein Ziel verkörpert, und es war schön sie zu umarmen. Doch weiß ich nicht wie ich dort ankam.Was mein Vertrauen stärkt, nun schon einige Wochen später, ist die Erfahrung von Leichtigkeit, die mich seitdem begleitet. Fast kommt es mir richtig vor, dass ich zur eigenen Heilung so wenig Auskunft geben kann.Die MauerManchmal gibt es Nachschlag: Die „Harte Arbeit“ ist aufgelöst, die Aufstellung beendet. Plötzlich kommt Peter und holt T. in die Mitte zurück. Etwas fehlt noch. Sie muß nun zwar nicht mehr „hart arbeiten“, aber wie soll ihr denn die Welt entgegen kommen können, wenn diese Mauer immer noch steht?Also wird sie mit ihrer Mauer konfrontiert.Es ist einer der wenigen Momente, in denen ich nicht voll beteiligt bin. Ich sitze am Rand und schaue nur wenig interessiert zu. Muß zucken, wie es mir manchmal passiert, als T. ihre Mauer anschaut. Denke noch „das geht mich jetzt nicht so sehr viel an“. Spüre noch, wie X neben mir auf mein Zucken reagiert und mir die Hand auf den Rücken legt, natürlich am Herz-Chakra. Nun ist kein Halten mehr: Ich zucke wie wild, die Energie schießt nach oben, ich fange an zu weinen und zu würgen. Jemand bringt einen Eimer, falls es wirklich Ernst werden sollte. X fragt, ob ich zu T. gehen möchte, da ich offensichtlich in Resonanz bin. Ich verneine, ich möchte hier an meinem Platz bleiben, es ist mein ganz eigener Prozeß. Diese Mauer hat sehr viel mit mir zu tun. Sie hat mich vor dem Leben beschützt, vor allen möglichen Verletzungen, die es einem zufügen kann. Und sie hat mich vom Leben getrennt, von Allem, wonach ich mich so sehr sehne!Und sie ist meine ganz eigene Schöpfung. Niemand außer mir ist für sie verantwortlich. Es tut mir so leid! Sie hat mich vor schlimmen Dingen beschützt, aber vom Besten getrennt. Was habe ich mir angetan! Ich will diese Mauer nicht mehr. Ich will leben!!!Voller Reue, mit der Bitte um Vergebung, reiße ich die Mauer ein.Ich habe keine Ahnung, was T. in dieser Aufstellung passierte. Aber ich fühle mich ihr seitdem sehr verbunden.

Lichtobjekte und Bilder

Klaus Rettenmayr

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